Kryvyi Rih ist eine echte Sehenswürdigkeit im Gebiet Dnipropetrowsk. Kryvyi Rih ist die Stadt der Steinbrüche und Wasserfälle. Kryvyi Rih ist wahrhaft eine ungewöhnliche Stadt der Ukraine. Schmutzig und industriell, ja – aber außergewöhnlich und interessant :)! Es gibt Berge (natürliche Gesteinsformationen, Felsen und von Menschen aufgeschüttete Granithalden), Höhlen (Bergwerke), Steinbrüche und Wasserfälle...
Nikopol – eine Stadt mit dem Potenzial, ein ukrainischer Kurort zu werden
In der Stadt gibt es eine breite Uferpromenade, die sich 2021 allerdings in einem traurig-tristen Zustand befand. Sie ist zum Flanieren gedacht, doch es können auch Autos darauf fahren. Wer nicht zu Fuß gehen will, kann den Pfeilen bis ans Ende der Promenade folgen, dort auf die Promenade selbst abbiegen und die Aussicht genießen. Danach fahren wir auf der Straße am Wasser entlang – hinter der Kurve wartet eine Überraschung :)
Hinter der Promenade, in Richtung Kapulivka, reihen sich echte Sandstrände aneinander. Man fühlt sich fast wie in Berdjansk oder Kyrylivka :))
Panski Kruchi – eine prächtige Naturattraktion bei Nikopol
Diese Sehenswürdigkeit liegt zwischen den Dörfern Kapulivka und Pokrovske. Nach den wenigen Bewertungen im Internet zu urteilen, hat sich ihre Existenz noch nicht herumgesprochen! Sogar die Anfahrt führt noch über eine völlig normale Straße :) Auf der Karte unten ist die Abzweigung zur Aussichtsplattform eingezeichnet. Verfahren Sie sich nicht: Man muss rechts abbiegen (am Ende, direkt an Punkt B) und über den Friedhof fahren. Keine besonders schöne Strecke..., aber die Aussicht, die einen erwartet, macht alles wett!
Punkt A – Abzweigung links von der Straße Nikopol – Kryvyi Rih. Punkt B – die beste Aussicht auf die „Panski Kruchi“.
Panski Kruchi, das sind Steilufer und ein prächtiger Strand!!! Von der Landschaft her ist es das Pendant zum Kap Tarchankut (Atlesch) auf der Krim. Oben kann man bequem mit dem Auto entlangfahren. Die beste Aussicht öffnet sich aber genau von der Seite, wie auf der Karte markiert. Nach unten führen ebenfalls zwei Fahrspuren… Aber hinunter kommt man nur mit einem Geländewagen oder mit einem Schiguli :) Und natürlich gibt es genug Platz für Quadtouren. Auch unten kann man spazieren gehen und in vollen Zügen Strand und Grillen genießen! Wir hatten noch viele weitere Stationen auf dem Programm… Mit so einer Schönheit an den Panski Kruchi hatten wir wirklich nicht gerechnet und hatten für ein Picknick am Ufer keine Zeit eingeplant. Dabei wäre es so schön gewesen! Der Ort hat eine ganz besondere Atmosphäre, sehr ähnlich wie bei Kraftorten! Am Ufer ist es flach, und man gleitet über feinsten, sauberen Sand sanft ins Wasser!!!
Nach dem Abstieg führt rechts ein Pfad zum „Strand“, danach wird der Pfad schmal und geht in Dickicht über. Eigentlich gibt es nur sehr wenig Platz zum Ausruhen. Aber dieser Strand ist wirklich schön :) Nach dem Abstieg kann man nicht nach links abbiegen. Man muss ins Wasser gehen und durch das Wasser zu den „Stränden“ auf der linken Seite waten. Entlang der gesamten Küste ist es flach, und man spaziert hier am besten direkt im Wasser, also wenn es warm ist. Wir waren im April da, deshalb gab es kaum eine Möglichkeit zum Spazieren :)
Kryvyi Rih: Was gibt es zu sehen? Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten für Spaziergänge
- Der Tokivskyi-Wasserfall liegt zwischen Kryvyi Rih und Nikopol im Dorf Tokivske. Wir raten von einer Fahrt hierher ab, solange die Straßen nicht instand gesetzt sind. Die Natur ist ganz hübsch, aber extra anreisen würden wir nicht empfehlen ⭐⭐
- Gefluteter Tokivskyi-Tagebau – es gibt nichts zu sehen, besonders solange noch kein Grün da ist ⭐
- YuHOK-Tagebau (Aussichtsplattform) – Besuchserlaubnis erforderlich. Die Einfahrt ist nur mit einer Führung oder mit einer Genehmigung der Tagebauverwaltung möglich. Die Dimensionen sind beeindruckend. Man kann ihn besuchen, doch die Zeit geht für die Genehmigung drauf, und im Grunde gibt es nichts zu sehen. ⭐⭐⭐⭐
- Der Botanische Garten ist die Perle der Stadt. Besuchsdauer ab 1,5 Stunden, gern auch deutlich mehr ⭐⭐⭐⭐⭐
- Gefluteter NKHOK-Tagebau (der „Baikalsee“ von Kryvyi Rih) – gleich daneben liegt ein aktiver Industriebetrieb, und der Ort eignet sich nicht zur Erholung. Nur für ein Foto hierher zu fahren, würden wir nicht empfehlen. ⭐⭐
- Karatschuniwka-Tagebau – wenn alles grün ist, ein guter Ort zum Spazieren, ganz in der Nähe liegt der Wasserfall Weiße Steine. Im Winter gibt es hier nichts zu tun. ⭐⭐⭐⭐
- MOPR-Felsen – das sind alle Gesteinsformationen, die aus dem Boden ragen, etwa 12 an der Zahl. Die beste Aussicht bieten der Berg Blahodat und Mala Orlynka – eine Aussichtsplattform über Kryvyi Rih! ⭐⭐⭐⭐⭐
- Fels „Adlernest“ – von unten der beste Blick auf die herausragenden Gesteinsformationen der MOPR-Felsen. Von oben hat man ebenfalls einen Überblick, aber die Aussicht ist deutlich kleiner als vom Berg Blahodat. ⭐⭐⭐
- Granitsteinbruch Oktober – ein Ort zum Spazieren und Grillen! ⭐⭐⭐⭐⭐
- Wasserfall Weiße Steine ⭐⭐⭐
- Roter Industriesee (Schacht Artem-1) – Staub und Schmutz vom Erzabbau. Müllkippen und Arbeiterviertel. Hier gibt es nichts zu tun ⭐
- Chinesische Farbberge in Kryvyi Rih und Marslandschaften – auf Fotos schön, aber die Wirklichkeit beeindruckt leider nicht ⭐
- Mershavtsev-Park (früherer Name: Park der Zeitung „Prawda“) – in der warmen Jahreszeit ein guter Ort für Spaziergänge am Fluss und unter den grünen Baumkronen. Im Winter gibt es nicht viel zu tun. ⭐⭐⭐⭐
In Kryvyi Rih sind vor allem der rote Wasserfall (Tokivskyi, Sholokhovskyi) und die Weißen Steine (die Stromschnellen des Flusses Inhulets) weithin bekannt. Steinbrüche gibt es insgesamt sehr viele; man unterscheidet aktive und geflutete. Touristen locken beide Arten. Besonders beliebt sind der aktive Granitbetrieb YuHOK und die gefluteten Tagebaue: NKHOK, Karatschuniwka, der Granitsteinbruch Oktober usw.
Die örtlichen Sehenswürdigkeiten kann man in unterschiedlicher Reihenfolge besuchen; unten beschreiben wir unsere Routen mit ihren Vor- und Nachteilen :)
An einem Sonntag fuhren wir den Rundkurs Route Nr. 1: Dnipro – Nikopol – Tokivske – Kryvyi Rih – Dnipro. Den Straßen sollte man dabei alles andere als wenig Aufmerksamkeit widmen. Ende März 2021 war die Strecke Kryvyi Rih – Dnipro perfekt. Die Strecke Dnipro – Nikopol verdient eine 4-, Schlaglöcher und Flicken tauchen ab der Ausfahrt von der Straße nach Saporischschja auf. Die Straßen Nikopol – Tokivske – Kryvyi Rih sind ein Desaster!!! Sie lassen sich kaum in Noten fassen… Die „eindrücklichsten“ Erfahrungen bescherten uns die Zufahrtsstraßen nach Tokivske. Offen gesagt: Angesichts der Aussicht und der fehlenden Straßen kann man den Besuch des Tokivskyi-Wasserfalls niemandem empfehlen! An einem anderen Tag kamen wir über die Straße aus Dnipro nach Kryvyi Rih und fuhren gezielt durch die Stadt – Route Nr. 2: NKHOK-Tagebau, Mershavtsev-Park, Fels Adlernest, Karatschuniwka-Tagebau, Chasha-See (den haben wir nie gesehen, obwohl wir etwa 1,5 Stunden dafür aufgewendet haben!), roter Industriesee am Schacht Artem-1. Route Nr. 3: Besuch des YuHOK-Tagebaus mit einer von der Stadtverwaltung organisierten Führung – gefluteter Granitsteinbruch Oktober, auch Zarichnyi-Steinbruch genannt.
Unser Hauptziel war beim ersten Mal der Sholokhovskyi-Kaskadenwasserfall im Dorf Tokivske. Wir fuhren über Nikopol, um zusätzlich Nikopol selbst und vor allem die Panski Kruchi im Dorf Kapulivka zu sehen. Danach wollten wir in Kryvyi Rih noch vieles anschauen. Am ersten Tag klappte das nicht so recht, und wir mussten noch einmal wiederkommen. Aber dazu unten mehr :)
Route Nr. 2: Sehenswürdigkeiten von Kryvyi Rih
A – Industriesee
B – Karatschuniwka-Tagebau
C – Fels Adlernest
D – Mershavtsev-Park
E – gefluteter NKHOK-Tagebau
Wie kommt man zum Tokivskyi-Wasserfall?
Wichtig! Versuchen Sie bei Regenwetter nicht, hierher zu fahren. In der Nähe des Wasserfalls sind die Straßen unbefestigt, eine Durchfahrt ist dann unmöglich. Auch der asphaltierte Straßenbelag kann mit tiefen Schlaglöchern deutlich mehr Unannehmlichkeiten bereiten als bei trockenem Wetter… In den überfluteten Löchern sieht man die Tiefe nicht, und die sind stellenweise seeehr tief( Von Punkt A bis zum Dorf Tokivske beträgt die Geschwindigkeit höchstens 20 km/h, und umfahren kann man sie auch nicht, nicht einmal über die Felder... Vom Wasserfall bis Punkt C an der Fernstraße ist die Straße vergleichsweise besser, da man sogar 60–80 km/h fahren kann, aber die Strecke nach Kryvyi Rih ab Punkt C lässt zu wünschen übrig. Die Route ist auf der Karte unten eingezeichnet.
Orientierungspunkt ist zunächst das Dorf Tokivske, dann der Wegweiser zum Wasserfall (Punkt 1). Nach dem Wegweiser gibt es nur eine Straße, halten Sie sich rechts, es gibt Abzweigungen zu örtlichen Arbeitsbereichen (dort gibt es garantiert nichts zu sehen). Auf dem Weg zum Wasserfall liegt der aktive Kyjiwer Granitsteinbruch (wie im Lied: ...Müll und Schmutz der Straßen...) und der geflutete Tokivskyi-Tagebau (Punkt 2) direkt vor dem Sholokhovskyi-Wasserfall. Unterwegs kommt einem der Gedanke, ob man überhaupt richtig fährt... alles ist so trist und unschön! Und wenn man dann bei der Sehenswürdigkeit selbst ankommt, ist die Enttäuschung perfekt...
Es gibt nichts zu sehen((( Wir waren im Frühling da, als der Schnee gerade geschmolzen war, und wie sieht es hier im Sommer bei Dürre aus? Rinnsale? Extra hierher zu fahren lohnt sich überhaupt nicht! Das ist keine Sehenswürdigkeit von ukrainischem Format :)
Für den Wasserfall selbst und den gefluteten Tokivskyi-Tagebau braucht man höchstens 40 Minuten für Fotos, die Fahrt dagegen dauert garantiert 2 Stunden(((
Danach fuhren wir direkt nach Kryvyi Rih, um endlich die örtlichen Sehenswürdigkeiten des Gebiets Dnipropetrowsk zu erkunden. Wir hatten die Zeit nicht richtig kalkuliert und schafften an diesem Tag nur wenig. Wer aber direkt nach Kryvyi Rih fährt und die Besonderheiten der Route vorher vorbereitet, kann an einem Tag bei Tageslicht alles schaffen. Genauer durchblickt haben wir es erst, als wir ein zweites Mal hier waren :)
Gefluteter NKHOK-Tagebau – der „Baikalsee“ von Kryvyi Rih
Hierher zu kommen, ist nicht ganz einfach. Erstens kommt man nicht bis direkt ans Ufer heran, zweitens führt das Navi über eine Straße, die gesperrt ist. Man muss die Straße nehmen, die auf der Karte unten eingezeichnet ist. Vor der kleinen Brücke über die Bahngleise biegen wir rechts ab. Wir fahren am Rand eines ländlichen Viertels entlang. Orientierungspunkt ist das Ende des Privatsektors. Rechts liegt der Privatsektor, links die „Straße in Richtung“ Tagebau. Lassen Sie sich von den Granithaufen und den arbeitenden Maschinen nicht abschrecken :) Man überquert die Bahngleise. Man muss in Richtung Wasser gehen, so gelangt man zum Wundersee :) Am Ende des Privatsektors ist die Straße noch gut. Auf ihr sind wir zurückgefahren. Zuerst fuhren wir weiter nach vorn, näher an die Müllkippe, und kämpften uns durch einen Haufen aufgeschütteter Granitberge... das war schon etwas ))) Man klettert über Steine, direkt daneben fahren echte BelAZ-Muldenkipper vorbei – malerisch :)
In Wirklichkeit klingt es schöner, als es ist. Gewaltig und eindrucksvoll – das ja! Aber das war es auch schon... Ringsum fliegen Staub und Müll von der örtlichen Deponie. Man möchte ein Foto machen und so schnell wie möglich wieder weg. Zur Erholung taugt dieser Ort überhaupt nicht! Besuchsdauer 20 Minuten, inklusive Fußweg und Fotos :)
MOPR-Felsen – die beste Aussicht auf Kryvyi Rih
Wie kommt man zu den MOPR-Felsen?
Zuerst sollten wir erklären, was die MOPR-Felsen überhaupt sind: Das ist Gestein, das aus der Erdoberfläche herausragt. Laut Informationen aus dem Internet gibt es in Kryvyi Rih etwa 12 davon. Alle zusammen sind also die MOPR-Felsen. Der Fels Adlernest bietet den besten Blick auf das Gestein von unten (obwohl es auch eine Aussicht von oben gibt), und der Berg Blahodat bietet die beste Aussicht auf Kryvyi Rih!
Am besten fährt man bei Sonnenuntergang hierher. Vorher kann man sich die Felsen von unten ansehen, aber einen besonderen Sinn hat das nicht. Gibt man laut Telefonnavi „Adlernest“ ein, führt Google zur Straße Adlernest – das ist die gegenüberliegende Seite vom Berg Blahodat. Folgt man dem Navi, ist links der Fels Adlernest. Von dort hat man Aussicht auf die Felsen von unten und von oben. Wenn man von der Straße Adlernest nach rechts abbiegt, sieht man an der Sackgasse einen Steg im Wasser mit Blick auf den Berg Blahodat.
Die beste Aussicht auf Kryvyi Rih öffnet sich von den MOPR-Felsen im Bereich der Straße der Zeitung „Prawda“, des Bergs Blahodat und des Felsens Mala Orlynka. Man sollte die MOPR-Felsen insgesamt nicht mit dem Fels Adlernest verwechseln (wie es uns passiert ist). Die Ausblicke auf den sich windenden Fluss Inhulets sind überall wirklich sehr schön :) Der Fels Adlernest liegt etwas links vom Berg Blahodat, wenn man auf die Karte unten schaut (im Abschnitt Wasserfall Weiße Steine).
Berg Blahodat – geparkt wird direkt im Privatsektor, Plätze gibt es nur wenige. Zum Glück gibt es bisher auch nur wenige, die die Schönheit von Kryvyi Rih sehen wollen :) Vom Privatsektor gehen wir zu einer Brache – einer Landzunge am Fluss Inhulets – bis zum Abbruch (damit es verständlicher ist), dort geht man durch eine Schranke und ein Törchen, wie auf dem Foto unten.
Der Fels Adlernest und der Berg Blahodat liegen an verschiedenen Ufern. Da man die Felsen selbst nicht unbedingt sehen möchte, kann man auch nur zum Berg Blahodat fahren, um den Sonnenuntergang zu erleben. Die Besuchsdauer, rein für Fotos, beträgt bis zu 30 Minuten. Aber es ist hier überhaupt schön, und man kann mit einem Klappstuhl kommen und den Sonnenuntergang genießen :) So schön ist es hier! Es erinnert mich an das „Stadtmodell“ aus der Kindheit, bei dem man Häuser und Straßen von oben betrachten konnte :)
Fels „Adlernest“ – Aussichtsplattform über Kryvyi Rih
Man kann auf der Straße bis ganz nach oben zum Gipfel und bis ganz nach unten zum Fuß des Felsens fahren. Oder man parkt an der einen Stelle und geht über den Pfad zur anderen. Geparkt wird direkt neben den Häusern im Privatsektor. Besonders viel gibt es hier nicht zu tun, ein Foto, und weiter geht es. Für die Besichtigung von oben und unten rechnet man bis zu 30 Minuten. Parkt man unten, führt rechts ein Pfad entlang, aber ein „Ziegenpfad“. Besser geht man links herum, dort gibt es einen Pfad für Menschen :) Um die Felsen von unten zu sehen, muss man aber gerade nach rechts gehen.
Wasserfall Weiße Steine – eine Sehenswürdigkeit von Kryvyi Rih
Wie kommt man zum Wasserfall Weiße Steine?
Eine berechtigte Frage. Denn im Internet steht meist nur: Orientierungspunkt ist die Eisenbahnbrücke. Klarer wird dadurch allerdings nichts... Jetzt ausführlicher zu unserer eigenen Erfahrung. Von den MOPR-Felsen aus kann man entweder zum östlichen oder zum westlichen Teil des Wasserfalls Weiße Steine fahren.
Der Weg zum östlichen Wasserfall führt komplett über eine asphaltierte Straße durch die Straßen der Stadt. Der Weg zum westlichen verläuft durch den Privatsektor, und die Straße lässt zu wünschen übrig, besonders dort, wo sie unbefestigt und wellig wie ein Waschbrett wird. Außerdem sollte man bedenken, dass man nicht weiß, welcher Teil des Wasserfalls bei Ihrem Besuch gerade viel Wasser führt. Wir sind zum Beispiel gekommen, als der westliche Wasserfall tobte. Laut Informationen aus dem Internet läuft der Wasserfall von März bis Mai in vollem Umfang, von Mai bis August zu 50 %. Danach wird die Schleuse ganz bis zum Frühling geschlossen. Und hier ein weiterer Lifehack Nr. 1: Den Wasserfall Weiße Steine besucht man am besten im Frühling!
Man kann dem Navi zum östlichen Wasserfall folgen. Doch irgendwann steht man vor einem Zaun. Geradeaus geht zwar eine Straße weiter, aber sie ist gesperrt, weil das entweder ein Damm oder ein Wehr ist... Man muss weiter links schauen – im Zaun gibt es ein Loch zur Durchfahrt :) Von außen sieht das wie eine Stelle für Mülltonnen aus... Nun ja, so ist der Weg zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten. Wir fahren hinein und halten uns links, dort gibt es noch ein Loch (Foto unten) und dann kommen wir zu einem Häuschen. Hier endet die Straße. Wie man auf dem Foto unten sieht, führt in Richtung des Häuschens ein Weg hinab zum Wasserfall. Nach links führt ein Weg hinauf zur Eisenbahnbrücke. Lifehack Nr. 2: Zuerst steigt man am besten auf die Eisenbahnbrücke, um zu sehen, welcher Teil des Wasserfalls aktiv ist.
Der Weg nach links führt direkt auf die Eisenbahnbrücke. Von ihr bietet sich eine ziemlich interessante Aussicht. Auf der einen Seite der Brücke sieht man den ganzen Wasserfall, auf der anderen den Karatschuniwka-Tagebau – eine weitere Sehenswürdigkeit von Kryvyi Rih.
Lifehack Nr. 3: Man muss nicht zu beiden Teilen des Wasserfalls hinfahren. Hat man einen Teil erreicht, kommt man über die Eisenbahnbrücke schnell zum zweiten. Das geht deutlich schneller. Vom östlichen und vom westlichen Wasserfall gibt es Auf- und Abstiege zum Wasser.
Wir empfehlen, zum Teil des Wasserfalls mit viel Wasser hinabzusteigen. Um die Kraft und Wucht des Wassers zu hören! Mit den Tokivskyi-Wasserfällen ist das nicht zu vergleichen :)
Routenvariante Nr. 1: Zum Karatschuniwka-Tagebau fahren und ihn erkunden. Dabei geht es über „Waschbrett“ und eine Landstraße. Von hier kann man sogar zu Fuß entweder auf die Eisenbahnbrücke steigen oder direkt darunter hindurch zu den Wasserfällen gehen. Oder man fährt zum westlichen Teil des Wasserfalls Weiße Steine. Führt der westliche viel Wasser, war es das schon. Führt der östliche viel Wasser, geht man über die Eisenbahnbrücke, steigt zum östlichen Teil hinab und läuft zu Fuß zurück. Diese Variante ist optimal, da sie sowohl den Wasserfall als auch den Tagebau abdeckt.
Routenvariante Nr. 2: Auf der normalen Straße zum östlichen Teil des Wasserfalls fahren. Auf die Brücke steigen. Führt dieser Teil viel Wasser, war es das :) Denn von oben sieht man auch den Karatschuniwka-Tagebau, dort gibt es also nichts zu tun. Führt der westliche viel Wasser, spaziert man über die Eisenbahnbrücke zu Fuß zu ihm.
Fazit: Man möchte nicht unbedingt empfehlen, extra hierher zu fahren. Höchstens wegen des Aufstiegs auf die Eisenbahnbrücke, um die Stadt von oben zu sehen. Die Wasserfälle sind eher mittelmäßig. Sie sind nicht natürlich, sondern vom Menschen geschaffen. Zum Karatschuniwka-Tagebau fährt man am besten, wenn alles grün ist, sonst gibt es dort ohnehin nichts zu sehen, und alles ist auch noch „kahl“. Rund um den Karatschuniwka-Tagebau kann man zu Fuß am Rand entlangspazieren. Wenn alles in voller Pracht grünt, kann der Spaziergang bis zu 2 Stunden dauern. Besuchen sollte man ihn am besten bei Tageslicht.
Karatschuniwka-Tagebau – ein Ort zum Spazieren in der warmen Jahreszeit
Einen besonderen WOW-Effekt gab es nicht. Aber wenn alles grün ist, kann man hier spazieren gehen. Um den Tagebau kann man zu Fuß herumgehen. Von einer Seite kann man anscheinend sogar mit dem Auto heranfahren. Wir parkten unter der Brücke, an der Abzweigung zum Wasserfall Weiße Steine. Beide Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß erreichbar – etwa 5 Minuten.
Mershavtsev-Park (Park der Zeitung „Prawda“) – ein hervorragender Ort für Spaziergänge zu jeder Jahreszeit
Wir kamen her, als es noch kein Grün gab, aber auch so ist es hier ziemlich gemütlich. Vergnügungsangebote gibt es natürlich nicht, dafür Alleen am Wasser zum Spazieren. Zwei aneinandergrenzende Parks (der zweite ist der Hdantsivskyi-Park) bilden eine ganze Uferpromenade zum Flanieren am Fluss Inhulets. Besuchsdauer ab 1 Stunde, aber wirklich im Spazierschritt. Das ist ein Ort zum Entspannen. Man kann dort parken, wo es auf der Karte unten markiert ist, und von dort aus den Spaziergang beginnen.
„Marslandschaften“ in Kryvyi Rih oder einfach eine Erzabbauregion?
Man muss nicht zum Mars fliegen oder auch nur nach Indien fahren, um Staub und rote Straßen zu sehen – kommen Sie nach Kryvyi Rih :) In den Granitabbaugebieten sind die Straßen natürlich nicht ganz so rot. Aber die Erzabbauregion ist schon etwas... schön nur auf Fotos. In Wirklichkeit möchte man diesen Staub nicht einmal betreten.
Roter Industriesee in Kryvyi Rih – es gibt mehrere, und mit Umweltfreundlichkeit glänzen sie nicht...
Der bekannteste rote See liegt in der Nähe der Schächte „Artem-1“ und „Hihant-Hluboka“. Dort verlaufen auch Straßenbahngleise. Im Internet steht, er liege zwischen den Straßenbahnhaltestellen „Oleksandr-Pol-Platz“ und „Mudrena“. Wir waren an dem Punkt auf der Karte unten.
Außerdem versuchten wir, den Chasha-See zu finden. Wir fuhren rundherum, näherten uns von zwei Seiten. Näher als bis auf 1 km kommt man nicht heran. Zu Fuß gegangen sind wir nicht. Ein eher fragwürdiges Viertel – Müllkippe und Schächte... Dafür haben wir die echten „Chinesischen Farbberge“ – die Eisenerzberge von Kryvyi Rih gefunden :)))!
YuHOK-Tagebau – der größte Tagebau Europas
Einfach hinfahren und besichtigen geht nicht. Man muss auf die geschlossene Aussichtsplattform, den Zugang erhält man bei der Verwaltung des aktiven Tagebaubetriebs; alternativ kann man sich über Facebook („Kryvyi Rih turystychnyi“ – Kryvyi Rih für Touristen) für eine Stadtführung anmelden oder unter der Telefonnummer 0979404748 anrufen. Man trug uns eine Woche im Voraus ein und nannte Zeit und Treffpunkt am Denkmal „Kosak von Kryvyi Rih“. Von dort brachte man uns mit einem Kleinbus zur Aussichtsplattform des Tagebaus. Alles kostenlos, denn die Stadt organisiert es, um den Tourismus zu fördern. Die Besuchsdauer beträgt etwa 1,5 Stunden inklusive Fahrt durch die Stadt.
Wer noch nie andere Tagebaue gesehen hat, wird von diesem überwältigt sein. Die Dimensionen sind schlicht beeindruckend (etwa 2 × 3 km Fläche und 500 m Tiefe)! Im Inneren fahren Güterzüge und arbeiten die größten „Maschinchen“, BelAZ-Muldenkipper mit einem Raddurchmesser von 3 m! Ein Besuch ist ein Muss. Wer mit einer Führung hineinkommt, erfährt zudem alle Details des Eisenerzabbaus und die Besonderheiten gerade des YuHOK-Tagebaus. Im Tagebau wird armes Gestein mit etwa 20 % Erz gewonnen. In den Bergwerken von Kryvyi Rih wird Gestein mit einem Erzgehalt von bis zu 80 % abgebaut. Das nicht verwertbare „taube“ Gestein wird aus der Stadt hinausgefahren, so entstehen die Berge von Kryvyi Rih – die Halden.
Oktober-Tagebau (Zarichnyi-Tagebau) – ein gefluteter Granitsteinbruch und einer der schönsten Orte in Kryvyi Rih
Hier ist es zu jeder Jahreszeit schön. Eine irgendwie gemütliche, entspannende Atmosphäre. Oben am Steinbruch kann man spazieren gehen, und es gibt einen Abstieg zum Wasser. Im Sommer gibt es hier einen richtigen Strand. Ein guter Ort für Radtouren und zum Grillen. Mit dem Auto kommt man direkt bis an den Steinbruch heran. Nach unten muss man allerdings zu Fuß stapfen.
Botanischer Garten von Kryvyi Rih der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine – ein hervorragender Ort für Entspannung und Wissenschaft :)
Bedenkt man, dass Kryvyi Rih durch und durch eine Industriestadt ist, überrascht es umso mehr, auf eine solche Natur zu treffen wie im örtlichen Botanischen Garten! Er liegt abseits der Stadt, aber das ist nicht schlecht :) Man sollte unbedingt herkommen, besonders in der zweiten Maihälfte und Anfang Juni. Hier gibt es nicht einfach viel Grün, sondern vor allem Blumen! Es gibt Platz zum Spazieren, Bänke und gepflegte Pfade... Die Route durch den Garten ist ein Rundweg. Nach dem Eintritt gehen wir die Hauptallee bis zu ihrem Ende entlang und biegen rechts ab. Der Weg beschreibt einen Bogen gegen den Uhrzeigersinn. Wir kommen zu einem Pavillon und dem Japanischen Garten :) Dann gehen wir im Kreis weiter, gegen den Uhrzeigersinn, bis zu einem Brückchen auf der rechten Seite. Dort biegen wir links ab und gelangen in den Rosengarten, der kreisrund angelegt ist. Aus dem Rosengarten halten wir uns rechts, wieder im Kreis gegen den Uhrzeigersinn. Wir erreichen eine riesig breite Allee mit allen erdenklichen Blumen!!! An ihrem Ende biegen wir links ab und gelangen über einen Pfad auf die Hauptallee des Gartens, fast direkt am Ausgang. Die beschriebene Route zeigt das Herzstück des Botanischen Gartens; wer spazieren möchte, findet hier unzählige Pfade und Abzweigungen! Der Eintrittspreis ist niedrig, etwa 40 UAH pro Person, aber mit dem Botanischen Garten im selben Odessa ist das nicht zu vergleichen!!! Man sollte meinen: Odessa ist ein Kurort mit sauberer Umwelt... und hier ist Kryvyi Rih – Schächte und Steinbrüche :) Der Botanische Garten von Kryvyi Rih ist einer der besten Orte der Stadt!
Unten finden Sie Karten mit möglichen Routen (die Pfeile zeigen unsere Route):
- A – Pavillon
- R – Rosengarten
- M – Brücke, außer Betrieb :)
- Ts – Allee mit Saisonblumen
Kryvyi Rih lässt sich bequem an einem Tag erkunden, wenn man aus Richtung Dnipro anreist. Hier kann man die „Chinesischen Berge“, den „Baikalsee“ und die „Marslandschaften“ sehen (die dem gewöhnlichen Indien übrigens sehr ähneln). Aber eigentlich sind das nur große Namen. Tatsächlich versinkt die Stadt in Schmutz und Staub. Wenn Wind weht, spürt man den Staub zwischen den Zähnen... Die Eisenerzabbaugebiete lassen sich mit Worten nicht beschreiben – ringsum ist alles rot. Ein paar Kilometer von den Erzschächten entfernt stehen eine Schule und ein Fußballverein mit Platz... Hier wächst die nächste junge Generation in einer verschmutzten Stadt heran(
An einem Tag bei Tageslicht kann man theoretisch alles sehen. Dafür braucht man aber vorab einen klaren Bewegungsplan und eine geplante Route. Man muss planen, wie viel Zeit man an jedem Ort verbringt. Besser ist es aber, 2 Tage bei Tageslicht einzuplanen oder nicht alles zu besuchen. Orte mit 1 und/oder 2 Sternchen verdienen wirklich nicht Ihre Aufmerksamkeit! Lesen Sie unbedingt vorab nach, wie man zu den einzelnen Orten gelangt.
Verbinden Sie an einem Tag nicht die Fahrt nach Kryvyi Rih selbst mit den Tokivskyi-Wasserfällen. Oder fahren Sie um 6–7 Uhr morgens los, um alles zu schaffen. Unser Rundkurs Dnipro – Nikopol – Tokivske – Kryvyi Rih – Dnipro dauerte 10 Stunden und umfasste 600 km. Für den Botanischen Garten sollte man ebenfalls mindestens 2 Stunden einplanen. Er liegt außerhalb der Stadt, deshalb muss man extra hinfahren. Übrigens: Man kann sich ein Mittagessen mitnehmen und im Grünen essen. Es gibt Bänke, oder man nimmt eine Decke mit.
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