Wir waren in Griechenland schon im Frühling und im Sommer, und diesmal haben wir uns entschieden, im Winter zu Silvester und Weihnachten 2021 / 2022 hinzufahren! Und wir sind unglaublich zufrieden) Die Preise sind niedriger, es gibt viele Unterkünfte, wenig Leute – und manchmal findet man sogar einen Parkplatz!!!)))
Seit Ende Dezember 2021 (gültig im Januar 2022) brauchen Ukrainer für die Einreise nach Griechenland einen grünen Impfpass (ausgedruckt, mit QR-Code), ein ausgefülltes PLF-Formular 1–2 Tage vor der Einreise (es wird auf dem Handy vorgezeigt) und einen Antigen- oder PCR-Test auf Covid-19 (ausgedruckt auf einem Formular mit Originalstempeln, unbedingt auf Englisch).
Kastoria – Hauptstadt der Pelzmäntel oder ein echter Urlaubsort Griechenlands
Es war Winter, die Zeit der Pelzmäntel, deshalb haben wir die Pelzhauptstadt Griechenlands besucht – Kastoria. Die Pelzherstellung selbst ist ein heikles Thema, über das wir hier nicht sprechen möchten. Nur so viel: Wir haben gelesen, wie Persianermäntel hergestellt werden (ungeborene Lämmer werden im Mutterleib samt dem Muttertier getötet!), und haben auf den Kauf eines Pelzmantels ganz verzichtet! Dafür hat sich der Besuch der Stadt gelohnt, denn sie entpuppte sich als echter Urlaubsort Griechenlands mit einem wunderschönen See, dem Orestiada-See, und einer prächtigen Uferpromenade! Lederwaren und Schaffelljacken findet man hier nicht, dafür biegen sich die Regale unter Pelzmänteln. Hauptsächlich Nerz, aber es gibt auch Zobel, Fuchs, Persianer, Polarfuchs und sogar Luchs( Die Fabriken sind meist gemischt, einige spezialisieren sich aber nur auf Nerz, Persianer oder Zobel. Alle Fabriken konzentrieren sich im Grunde in einem Stadtteil, an den übrigen Orten gibt es nur kleine Läden. Auf der Karte unten ist die Straße (gleich hinter der Autobahnausfahrt) mit roten Pfeilen markiert, an der die wichtigsten Fabriken liegen; mit blauen Pfeilen sind die Fabriken auf dem Weg in die Stadt markiert, aber an den blauen Pfeilen sollte man nur bei besonders großen, schon äußerlich beeindruckenden Fabriken anhalten. Die kleinen haben sonst vielleicht nur halbtags geöffnet oder machen einfach frei. Zu den großen Fabriken zählen etwa Avanti und Bourtsos. Die Fabrikgebäude haben keine Fenster und sehen aus, als wären sie außer Betrieb) Man muss den Eingang finden und klingeln. Manchmal sind sogar die Tore geschlossen, aber auf das Klingeln neben dem Tor hin lässt man Sie herein. In den Läden ist es oft so kalt wie draußen, das sollte man beim Anprobieren der Pelzmäntel im Winter bedenken)
Auf der zweiten Karte unten ist mit blauen Pfeilen eine Spazierroute markiert, für die Fahrt mit dem Auto oder zu Fuß. Das rote Dreieck markiert das Stadtzentrum, genauer gesagt die zentrale Uferpromenade. Etwas oberhalb ist ein Hotel eingezeichnet, von dem man einen schönen Blick auf die Stadt hat. Das Zimmer in diesem Hotel hat uns übrigens sehr gut gefallen!
Außer den Pelzfabriken und der Uferpromenade gibt es in der Stadt sonst nichts. Aber die Promenade begeistert, und man kann für ein paar Tage herkommen, nur um an ihr entlang und rund um die örtliche „Halbinsel“ zu spazieren. Rund um den See gibt es sehr viele Vögel verschiedener Arten, die absolut zahm sind und direkt aus der Hand um Futter betteln! Hier gibt es Schwäne, Enten, Gänse, Pelikane, Kormorane, Möwen und so weiter!!!
Lifehack Nr. 1: zu den Öffnungszeiten von Geschäften und Sehenswürdigkeiten (Festungen, Ausgrabungsstätten usw.) Alle Geschäfte außer Lebensmittelläden sowie die Sehenswürdigkeiten sind in Griechenland im Winter meist nur bis 15 Uhr, höchstens bis 17 Uhr geöffnet! Am besten plant man bis 15 Uhr, dann kommt man sicher überall noch hinein) Die Öffnungszeiten stehen am Eingang oft nur mit Filzstift auf einem Zettel, genaue Angaben findet man also nicht einmal bei Google! 30 Minuten vor Schließung lässt man niemanden mehr hinein.
Metsovo – das Weihnachtsstädtchen Griechenlands
Ein kleines Bergstädtchen, auf das sich der beste Überblick gerade von der Straße bzw. Autobahn aus eröffnet. Auf der Karte unten sind in Grau die Tunnel eingezeichnet! Die Fahrt nach Metsovo ist schon an sich ein einziger Genuss dank zauberhafter Ausblicke! Auch das Städtchen selbst wirkt wie aus einem Märchen) Wir kamen am Heiligabend hierher, und das war natürlich sehr interessant) Aber es gibt einen Haken … die Zahl der Menschen und Autos ist schlichtweg überwältigend. Einen Tag vor Weihnachten konnten wir über Booking nicht einmal etwas in dieser Stadt buchen, zu keinem Preis! Die Gassen der Stadt sind sehr eng und puppenhaft, so niedlich und gemütlich. Im Zentrum gibt es einen Platz, von dem sich ebenfalls schöne Ausblicke auf die Umgebung und die Nachbardörfer eröffnen. Hier sollte man unbedingt für einen Tag zum Spazieren durch diese Gassen vorbeikommen. Wir waren nur auf der Durchreise und sind von der Strecke Kastoria – Athen abgebogen. Die Fotos unten geben die zauberhafte Atmosphäre der Stadt überhaupt nicht wieder …
Lifehack Nr. 2: Unterkünfte in Griechenland mietet man besser nicht in erster Reihe am Wasser, sondern mit Panoramablick in den Bergen. So genießt man die Aussicht, und der Parkplatz ist immer frei) Unterkünfte kann man in den Nachbarorten bei Athen mieten. Allerdings gibt es auch in Athen selbst sehr günstige Unterkünfte – ab 20 Euro pro Nacht für ein Apartment, Studio oder Hotelzimmer, also nicht einmal ein Hostel.
Lifehack Nr. 3: Die Zitrusfrüchte an den Straßenbäumen auf dem Festland sind Bitterorangen (Pomeranzen), sie sind wegen ihrer Säure nicht essbar! Man verwendet nur die getrocknete Schale. Pomeranzen gibt es gerade auf dem Festland, nicht zu verwechseln mit den Zitrusfrüchten auf der Halbinsel Peloponnes)))
Fähren in Griechenland
Griechenland besteht aus dem Festland und vielen Inseln, darunter großen und ungewöhnlichen. Die Verbindung zwischen Festland und Inseln läuft über Fähren. Als Fährstädte gelten natürlich Athen und Patras. Vom Hafen Piräus in Athen fahren Fähren zu den Inseln Kreta, Santorin, Mykonos und anderen. Der Hafen von Patras verbindet Griechenland sogar mit Italien (wohin wir nach unserer Griechenlandreise im Januar 2022 weitergefahren sind).
Lifehacks zu den Fähren:
- Die Fähren fahren meist nachts, was sehr praktisch ist, denn man kann an Bord richtig übernachten.
- Die Plätze auf der Fähre gibt es an Deck (ohne Windschutz, im Café kann man versuchen, einen Platz zu finden), im Sitzbereich (wie in einer Flugzeugkabine) oder in einer Kabine. Die Kabinen sind für 4 oder 2 Personen. Die Zweibettkabinen gibt es mit und ohne Bullauge. Da die Fähre nachts fährt und man auf dem Meer ohnehin nichts sieht, muss man für ein Fenster keinesfalls extra zahlen. Die Kabinen sind mit richtigen Betten wie im Zug ausgestattet (also wie ein Abteil oder Schlafwagen), mit eigener Toilette und Dusche. Der Preis liegt je nach Komfort zwischen 20 und 70 Euro pro Person (Athen – Kreta).
- Ein Auto auf der Fähre mitzunehmen ist teuer. Wenn Sie ein Auto mieten und weniger als 3 Tage auf die Insel fahren, lohnt es sich, vor Ort einen Mietwagen zu nehmen. Die Überfahrt mit dem Auto kostet etwa 60–80 Euro (zum Beispiel Athen – Kreta).
- Fährtickets bucht und bezahlt man besser im Voraus und online. Man muss sie nicht einmal ausdrucken. Man kann sie auch 1,5 Stunden vor der Abfahrt im Hafen am im Ticket angegebenen Anleger (Gate) ausdrucken. Dort muss man nach einem „Häuschen“ mit dem Namen Ihrer Reederei suchen. Das Einchecken beginnt meist 3 Stunden vor der Abfahrt, spätestens sollte man 1–1,5 Stunden vor der Abfahrt da sein.
- Im Jahr 2022 lässt man nur Passagiere mit grünem Impfzertifikat auf die Fähre.
- Auf der Fähre gibt es eine richtige Bar und ein Restaurant.
- Die Website, über die wir alle Überfahrten gebucht haben, ist anek.gr. Andere Reedereien findet man auf der Vergleichsseite ferries.gr. Zu den beliebten und schnellen gehört außerdem die Firma bluestarferries.com.
Was sollte man als Reisender in Griechenland unbedingt sehen?
Wir treffen eine Auswahl der wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus drei Autoreisen durch Griechenland. Dazu teilen wir das Land grob in Abschnitte: Norden (Halkidiki, Korfu), Mitte (Kalambaka, Litochoro), Süden (Athen, Peloponnes, Kreta). Die Verbindung zu den Inseln läuft über Fähren.
Die Insel Korfu – ein guter Ort für den Sommerurlaub. Es gibt die antike Stadt Kerkyra mit ihrer Festung und die Region Paleokastritsa für einen malerischen Urlaub. Die Festung Angelokastro ist ein guter Aussichtspunkt mit Blick auf den größten Teil der Insel. Für Reisende gibt es hier aber nichts zu tun.
Parga – eine Stadt, bei der man auf der Durchreise vorbeischauen kann. Schöne Promenade und ein guter Aussichtspunkt auf der antiken Festung mit Blick auf fast die ganze Stadt.
Halkidiki – das sind Orte für den sommerlichen Saisonurlaub.
Kalambaka und Umgebung sind gute Ziele für Reisende. Von Litochoro aus ist eine Wanderung auf den Olymp möglich. Durch die Vikos-Schlucht kann man wandern, oder man genießt einfach die Aussicht von einem Aussichtspunkt. Das Wichtigste aber sind die prächtigen Klöster der Meteora im Dorf Kastraki – eine Top-Sehenswürdigkeit weltweit. Auch die Ausblicke von der Aussichtsplattform Beloi Viewpoint (Vikos) zählen zu den schönsten Naturorten der Welt.
Athen – lohnt sich nur auf der Durchreise, und zwar wegen der Akropolis.
Halbinsel Peloponnes – diese Region kann man als Reisender besuchen. Die wichtigsten interessanten Orte hier sind die Stadt Nafplio und das Dorf Monemvasia. Für jeden Ort reicht ein Tag. Im Winter (Dezember bis Februar) begeistern hier die Zitrusgärten))) Orangen, Mandarinen und Zitronen an jedem Baum!!! Auf der Landstraße zwischen solchen Gärten zu fahren ist ein Genuss – verschiedene Sorten und Geschmäcker)
Die Insel Kreta – interessant ist nur die Region Chania mit ihrer venezianischen Uferpromenade und der Balos-Bucht. Prächtig ist der Strand Elafonisi. Diese Insel eignet sich eher für Strandurlaub in der Saison als für Reisen. Extra hierher zu fahren lohnt sich nicht.
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